Baltic Storms tun sich gegen dezimierte 96er schwer

28.01.2019

Nach einem packenden Spiel gegen den Titelfavoriten aus Bonn am Vortag ging es am Sonntag direkt weiter mit der Partie gegen Hannover 96. Die Begegnung hatte für beide Mannschaften eine besondere Bedeutung, schließlich trennten beide Teams vor dem Aufeinandertreffen nur sechs Punkte.

Die erste Überraschung erreichte die Storms bereits einige Stunden vor dem Bully. Das Social Media Team der Hannoveraner postete ein Foto mit lediglich sieben Feldspielern und dem Kommentar „voll motiviert und vollzählig“ - konnte das wirklich sein, reisten die Gäste nur mit sieben Feldspielern an? Ja, es konnte: Sieben Feldspieler und ein Torhüter standen am Ende 15 Feldspielern und drei Torhütern der Storms gegenüber. Diese zahlenmäßige Überlegenheit konnten die Nordlichter im ersten Drittel direkt in eine dominante Spielweise umsetzen. Der Ball zirkulierte schnell durch die Reihen der Storms und der Torabschluss wurde aus allen Lagen gesucht. Nur die Torausbeute fiel zunächst gering aus. Es dauerte ganze 15 Minuten, ehe Steffen Fuchs den Bann brechen konnte und einen sehenswerten Fernschuss zunächst gegen die Außenseite des Torhüterhelmes schoss, von dort sprang der Ball dann jedoch ins Hannoveraner Gehäuse. Vorlagengeber war Martin Kemper, der am Vortag noch für seine Leistung zum „Jamasi Steuermann des Spiels“ gewählt wurde. Während die anderen Storms weiterhin alles daran setzten, ihre Schussgenauigkeit zu optimieren, hatte Fuchs seine Flinte justiert. 122 Sekunden nach dem 1:0 war es wieder Fuchs, der mit einem Fernschuss die 2:0 Führung erzielte - Vorlagengeber war dieses Mal sein zweiter Sturmpartner Fynn Traulsen. Da Fuchs gemeinhin als Teamplayer bekannt ist, sorgte er mit einem präzisen Pass aus einer Hinter-Tor-Situation dafür, dass Martin Kemper sich als zweiter Stormsspieler in die Torschützenliste eintragen konnte (19. Spielminute). Dabei blieb es im ersten Drittel und somit ging es mit 3:0 in die Pause. „Wir haben uns vorgenommen, gegen die dezimierten Hannoveraner ein kontrolliertes und dominantes Spiel mit langen Ballbesitzzeiten und wenig zugelassenen Torchancen abzuliefern - das ist uns leider nur im 1. Drittel gelungen“ so Storms Kapitän Fabian Mieloch.

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Das zweite Drittel sollte der schlechteste Abschnitt des Stormsspieles an diesem Sonntag werden. Während die Nordlichter an das gute 1. Drittel anknüpfen wollten, stemmten sich die tapfer kämpfenden Hannoveraner mit allen Mitteln dagegen. Bereits in der 24. Spielminute musste Storms-Goalie Christian Lohrie das erste Mal hinter sich greifen. Nach einem Solo, gestartet tief in der eigenen Hälfte, vollstrecke der Hannoveraner Povelkin von rechter Position in den linken Winkel. Comebacker Sascha Kaliebe konnte nach Vorarbeit von Fynn Traulsen drei Minuten später zwar den alten Vorsprung wieder herstellen, seine Teamkameraden ließen jedoch beste Gelegenheiten aus. Während in der Offensive weiter aus allen Rohren geschossen wurde, öffneten sich in der Defensive immer mehr Räume, in welche die Gäste gekonnte Nadelstiche setzen konnten. Pünktlich zur Hälfte des Spiels erkämpften sich die 96er ihren zweiten Treffer der Partie und kamen auf 4:2 heran. Nur kurze Zeit später leistete Kapitän Mieloch seinem Team einen Bärendienst, als er sein Team in der 34. Spielminute durch ein Stockvergehen in Unterzahl brachte.

Kaum in Unterzahl durften die Storms jedoch schon wieder auffüllen. Nur zwei Sekunden nach der Strafe verwandelten die Gäste den fälligen Freischlag zum 4:3-Zwischenstand. Nachdem alle Zuschauer nach dem ersten Drittel ein eindeutiges Spiel erwarteten, machten die Gäste diesen nun einen Strich durch die Rechnung. „Wir sind im Trainerteam mit dem 2. Drittel komplett unzufrieden. Alle Dinge, die wir in Drittel eins gut gemacht haben, warfen wir im zweiten wieder über Bord“ so Coach Daniel Kunze. Kunzes Laune konnte auch der Treffer von Rückkehrer Christoph Giez in der 34. Minute zur 5:3-Führung nicht sonderlich aufhellen. Trotz Chancen auf beiden Seiten blieben die verbleibenden Minuten im zweiten Drittel ohne weitere Treffer.

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Nach diesem Drittel musste sich etwas ändern, also nahm das Trainergespann Kunze/Potthoff zum letzten Drittel gleich mehrere Änderungen vor. Vor allem die U17-Nachwuchsspieler sollten nun ihren jugendlichen Elan auf das Feld bringen und die müden Abwehrreihen der Gäste durcheinander wirbeln. Ein kühner Plan, der bereits nach vier gespielten Minuten im letzten Drittel aufging. Nach einem schnellen Gegenstoß war es Nachwuchsspieler Jelde Ihloff, der in seinem dritten Bundesligaspiel sein Debüttor erzielen konnte. Trotz eines weiteren Gegentreffers in der 42. Spielminute konnten die Storms das Spiel nun wieder besser unter Kontrolle bringen und die Angriffe der Gäste eindämmen. 45 gespielte Minuten zeigte die Spieluhr an, als mit Birger Dethlefsen der nächste Nachwuchsspieler eine Einschlagvariante nach Vorarbeit von Jonas Kirchhoff zum 7:4 verwandelte. 90 Sekunden später waren es dann wieder die Gäste, die den Ball über die Torlinie trugen - dieses Mal jedoch zum 8:4 über die eigene Torlinie. In der 51. Spielminute machte es der Ex-Gettorfer Benedikt Stubbe dann besser und netzte zum letzten Hannoveraner Tor des Tages, zum 8:5, im Kasten der Storms ein. Während die Torschützenliste auf Seiten der Storms immer länger wurde, trat Topscorer Fynn Traulsen  bisher „nur“ durch zwei Vorlagen in Erscheinung. In der 54. Spielminute konnte Traulsen dann jedoch auch seinen ersten und einzigen Treffer erzielen. Den Schlusspunkt sollte erneut ein Nachwuchsspieler der Storms setzen: Jonas Kirchhoff konnte in der 54. Spielminute nach Vorarbeit von Christoph Giez das Spielberichtsprotokoll schließen.
"Jamasi Steuermann des Spiels“ wurde auf Seiten der Hannoveraner Torhüter Henrik Wolf und bei den Baltic Storms Allzweckwaffe Ruven Roediger.

Kommendes Wochenende ist spielfrei, in zwei Wochen geht es dann mit einem erneuten Doppelspieltag weiter. Am 09.02. treffen die Storms auf den punktgleichen BSC Roxel, ehe sie die Reise am nächsten Tag nach Dümpten führt. Um den Anschluss ans Mittelfeld der Tabelle nicht zu verlieren, sollten die Storms mindestens drei Punkte von diesem NRW-Trip mitbringen.

Baltic Storms – Hannover 96 10:5 (3:0; 2:3; 5:2)

Fotos: Elke Scholz